Ein Blick in der Garten

In unserem Garten haben wir drei Bäume, eine Kirsche und zwei Äpfel. Ein Apfelbäumchen habe ich im Herbst gepflanzt. Sein Name ist “Schöner von Boskoop”. Ich hoffe, dass ich mich gut um ihn kümmern kann und er schöne Früchte trägt. Wie wir von unserem Nachbarn gehört haben, stand in unserem Garten auch ein Pfirsichbaum, der gut getragen hat und leckere Früchte hervorbrachte. Aber der Vorpächter (den wir gar nicht weiter kennen) mochte ihn irgendwie nicht und legte die Axt an den Baum. Er wird seine Gründe gehabt haben. Über den älteren Apfelbaum dagegen freuen wir uns schon sehr. Nur hat sich ein großer Pilz an den Stamm gesetzt. Viele Früchte sind von innen her schwarz und faul. Von außen dagegen sehen sie einwandfrei und schön aus. Das ist natürlich sehr schade. Der Baum trägt aber noch genug gute Früchte, Grund unserer Freude. Deswegen hoffen wir, dass er trotz Krankheit noch ein paar Jahre durchhält.

Als ich in diesen Tagen in der Bibellese von Johannes dem Täufer las, musste ich zwangsläufig an unseren Garten denken. Da ruft er seinen Zuhören unter anderem folgende, sehr strenge, warnende Worte zu, die sogar auf offene Ohren stoßen, bei sehr vielen zumindest.

Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. * Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir nun tun?”  

(Lukas 3,9–10 nach der Bibelübersetzung von Martin Luther 2017)

Johannes gibt den Menschen ganz konkrete Antworten auf ihre ehrliche Frage. Er kommt nicht mit Allgemeinplätzen, sondern hat für jeden etwas, das in seine Situation passt. Es passt, fordert aber auch zu einem transparenten, ehrlichen und barmherzigen Leben auf. Die Herausforderung liegt darin, dass es sich nicht nur um einen gut gemeinten Ratschlag handelt. Es geht um Sein und Nichtsein, um Wachsen oder Verderben, um pures Interesse oder volle Bereitschaft. 

Das Bild von der Axt ist ernst gemeint: “Wenn Du Dich nicht von Herzen änderst, wird Dich Gott auf keinen Fall akzeptieren! Was nützt es, wenn Du von außen einen makellosen Schein abgibst, aber innen faul bist? – ungenießbar!

Genau darin liegt die Herausforderung, im Herzen, in der Wurzel, im gesunden Stamm, im Geäst. Denn ohne den sauberen Durchfluss der Nährstoffe wird es keine guten Früchte geben. Natürlich gibt es noch andere Faktoren. Johannes beschränkt sich aber auf den einen, der das Sein und Nichtsein des Baumes und sein Schicksal bestimmt. 

Wenn man den ganzen Abschnitt liest, merkt man zudem, dass es um mehr geht, als darum, was man tun soll. Denn das richtige Tun kommt aus einem richtigen Herzen. Ist das Herz falsch, kann das Tun zwar glänzen, ist aber dennoch innen faul und falsch!

Was ist dann die Lösung?! Die Löung ist, dass wir, Du und ich, genauso, wie die Menschen damals, uns auf Gott einlassen müssen, wie Abraham das getan hat. Denn Abraham ist nicht das Vorbild einer Religion, sondern echten, transparenten, ehrlichen Vertrauens auf Gott. Dieses Vertrauen ist die Wurzel und das Herz aller Dinge, der Weg zur Lösung.

Was ist dann aber die Lösung selbst? Die Lösung hängt an Jesus. Die Lösung kommt von Gott selbst. Johannes macht sehr deutlich, dass er selbst nicht die Lösung ist. Aber er kennt den Weg und wartet auf den Erlöser: Jesus. 

Dann erscheint Jesus auf der Bildfläche, und es wird klar, dass kein Weg an ihm vorbeigeht. Er hat nicht nur die Lösung. Er ist die Lösung. Wer ihn ablehnt, hat keine gute Frucht und wird nicht erlöst. Denn Jesus schaut nicht nur ins Herz. Er kann es auch heil machen. Gedemütigte wird er aufrichten und Stolze niederwerfen, Berge erniedrigen und Täler erhöhen. 

Genau dann, wenn wir uns auf ihn einlassen, wird er die Axt vom Stamm nehmen. Er wird auf die Leiter steigen und wird alles Tote wegnehmen, alles auch, was hindert gute Frucht zu bringen. Manchmal muss er ganz unten anfangen. Aber er macht einen neuen Anfang. Selbst aus einem Stumpf kann er Neues wachsen lassen. Für ihn gibt es kein Unmöglich! 

Jesus ist der Erlöser, er ist die Lösung, niemand anders! Wenn Du Dich auf ihn einlässt und ihn machen lässt, wird es gut werden. Frag also Jesus nicht nur: “Was soll ICH tun?”, sondern auch: “Was willst DU tun, Jesus?” Lass ihn an Dich ran um Gottes Willen! Lasst uns die Botschaft von Johannes ernst nehmen, in ‘unseren Garten’ blicken und Jesus immer wieder ranlassen an uns selbst.